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Lehrreiche Hommage an einen Rollmeister

Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.

Zitat von Winston Churchill

Ich nehme vor Vincent Willkomm von Freaky Finance meinen Hut ab, der zuletzt einen Trade absolut meisterhaft gerollt hat. Die volle Trade-Kampagne auf die Aktie von PENN Entertainment ist am Ende dieses Textes dargestellt und ist eine Kopie (mit Erlaubnis von Vincent) von seinem Newsletter. Ich lade Sie ein, die Kernbotschaften von Vincent zu lesen, denn diese sind lehrreich.

Mit dem Satz „… wenn eine Aktie nicht innerhalb kurzer Zeit fällt wie ein Stein, dann reicht es, wenn sie irgendwann aufhört zu fallen, damit man sie mit den Rollvorgängen wieder einholen kann“ spricht mir Vincent aus der Seele. 

Ich gehe demnach nicht allzu sehr auf alle Details des Trades ein, sondern möchte nur 3 Punkte hervorheben.

Punkt Nr. 1: Die Aktie hat sich während Vincents Trade um rund 37% verbilligt. Zeitweise notierte sie sogar 50% niedriger als am Tag, an dem Vincent den Trade eingegangen ist. Das Endergebnis seines Trades: 50,92 USD-Gewinn. Kein Aktienhandel und keine andere bullische Optionsstrategie ohne Rollen hätte zu diesem Gewinn geführt. Zwar fällt der Gewinn klein aus, aber wären endgültige “abgehakte” Verluste besser gewesen…?

Verlauf der Aktie von Trade-Eröffnung bis zum erfolgreichen Abschluss der Trade-Kampagne:

Der grüne vertikale Pfeil auf dem oberen Chart beschreibt den ersten Rollvorgang am 12. April 2022.

Punkt Nr. 2: Oft wird kritisiert, dass Rollen Kapital blockiert, das man anderweitig besser hätte anlegen können. Diesen Zahn ziehe ich den Kritikern gerne. Sind Sie permanent zu 100% investiert? Oder handeln Sie Ihre Optionen bis zu einer Höhe von 60% bis 80% des für den Optionshandel vorgesehen Kapitals? Letzteres dürfte zutreffender sein. 

Betrachten Sie das ruhende Kapital (20% bis 40%) als strategische Reserven, um solche Rollvorgänge durchzuführen. Damit bindet eine rollierende Trade-Kampagne nur Kapital, das Sie ohnehin nicht eingesetzt hätten. Und dieses Kapital ist nicht „blockiert“, es arbeitet ja für Sie. Vincent hat für diese Trade-Kampagne pi mal Daumen nur 1,5% seines Kapitals eingesetzt.

Punkt Nr. 3: Wenn Sie denken, dass man kein gutes Geld schlechtem hinterherwerfen sollte und lieber sofort auf andere Aktien ausweichen sollte, dann ziehe ich an dieser Stelle gerne den zweiten Zahn (dies mache ich dann auch noch kopfschüttelnd …)

Diesen Kritikpunkt höre ich sehr oft und zeigt vor allem, dass viele Trader von Beginn an ihre Hausaufgaben nicht richtig machen (in meinem Kurs Die Technik des Rollens im Optionshandel gehe ich auf diese Thematik näher ein und erkläre, warum es in der Regel sinnvoll ist, bei der bereits gehandelten Aktie zu bleiben). 

Am 12. April 2022 (grüner vertikaler Pfeil auf dem Chart von oben) hat Vincent den Trade zum ersten Mal gerollt. Manche würden behaupten, man hätte dann lieber auf qualitativere Aktien ausweichen müssen, wie z.B. Microsoft, Google oder Amazon (das sind in der Regel die „Alternativen“, die mir vorgeschlagen werden). 

Der untere Chart zeigt, was in diesem Szenario ab dem 12. April passiert wäre: Microsoft (orange Linie), Google (türkise Linie) und Amazon (grüne Linie) entwickelten sich während der Trade-Laufzeit kaum besser und in den letzten Wochen schlechter als die Ausgang-Aktie, die als Kerzenchart dargestellt wird.  

Woanders ist demnach das Gras nicht zwangsläufig grüner. Man hat sich vielleicht mit der einen Aktie beim Einstieg verschätzt, aber warum sollte man es mit einer anderen Aktie auf einmal besser wissen und machen?

Dass sich die Rolltechnik im deutschsprachigen Raum langsam aber sicher als sinnvolle Trade-Management-Methode etabliert, zeigt auch meine Umfrage in Bezug auf mein Video “Kontroverse im Optionsuniversum: Stop-Loss vs. Rollen”:

Dennoch gilt wie immer: Optionstrading ist keine Wissenschaft und es gibt nicht die eine richtige Methode. Ich kann nur aus Erfahrung sprechen: Das Optionstrading hat mich auch schon einige Male umgeworfen. Das Rollen hat mir aber jedes Mal geholfen, wieder aufzustehen.

Text aus dem Newsletter von Vincent:

In meinem großen Optionsdepot zeigte sich diese Woche mal wieder, dass Geduld ein unbedingtes Muss für Optionshändler ist und die Technik des Rollens auch stark im Kurs einbrechende Trades als Gewinner ins Ziel bringen kann.

Begonnen hatte mein Trade auf PENN Entertainment am 1. März mit einem 40er Short Put. Die Aktie notierte bei ca. 50,80 USD. Durch insgesamt 6 Rollvorgänge konnte ich den Strike auf 29 drücken und gestern schließlich den letzten Short Put für 5 USD zurückkaufen. Mein Gewinn: 50,92 USD. 
 

Die Aktie schloss gestern bei 31,82 USD und ist damit seit meinem initialen Put-Verkauf über 37 % eingebrochen. Ich möchte das Rollen nicht als „Allheilmittel“ darstellen und man bekommt bei weitem nicht jede Situation „zurechtgerollt“, aber wenn eine Aktie nicht innerhalb kurzer Zeit fällt wie ein Stein, dann reicht es, wenn sie irgendwann aufhört zu fallen, damit man sie mit den Rollvorgängen wieder einholen kann. Der Aktienkäufer hätte also im Zeitraum meines Trades knapp 1.900 USD (Buch-)Verlust angehäuft.


Der Optionshandel gibt uns Möglichkeiten, die dem reinen Aktienhändler nicht zur Verfügung stehen!“

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