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Wheel-Strategie vom Aussterben bedroht und… Es geht nicht nur ums Rollen!

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Trader mit seiner Strategie erfolgreich ist, hat er recht. Und wenn diese Strategie „Wheel“ heißt, dann kann ich ihn nur beglückwünschen. Dennoch gibt es bei der Wheel-Strategie Schwächen, die sich nicht durch Taschenspielertricks wegargumentieren lassen.

Zur Erinnerung: Die Wheel-Strategie bedeutet, zuerst einen Cash-secured Put zu eröffnen und ihn ggf. ausüben zu lassen (je Kontrakt werden dann 100 Aktien eingebucht). Wenn die Ausübung erfolgt ist, wird mit Covered Calls versucht, die Aktien aus dem Depot wieder zu verkaufen. Ich vermeide lieber, so gut wie es nur geht, den Put ausüben zu lassen und rolle fast immer die Position. Sobald die Aktien im Depot sind, wird das Management der Position sehr schwer und die mickrigen Call-Prämien reichen in der Regel nicht aus, um auf einen grünen Zweig zu kommen. Und oft ist es so: Die Aktien wird man nur selten zu einem guten Kurs wieder los.

Dass mein Buch „Optionen unschlagbar handeln*“ den Ruf der Wheel-Strategie mehr als ankratzt, ist unstrittig. Und zu meiner Kritik stehe ich auch. Wenn das „buy-the-dip“ irgendwann nicht mehr an der Tagesordnung ist (auf Deutsch: die Marktkorrekturen werden nicht mehr gekauft), wird das Depot der Wheel-Strategen womöglich keine Optionen mehr beinhalten, sondern nur noch eingebuchte Aktien. Tschüss Wheel-Stratege, hallo langfristiger „Buy-and-Hold“-Investor. Das ist der Hauptgrund, warum ich lieber die Puts rolle, statt diese ausüben zu lassen.

 

Aber vergessen wir nicht, dass es im Optionshandel mit Stillhaltergeschäften nicht nur um die Frage geht, ob man den Put ausüben lassen oder rollen sollte!

  

Es geht nicht nur ums Rollen!

Was in dieser ganzen Diskussion oft in den Hintergrund rückt, sind 2 wichtige Aspekte einer erfolgreichen Optionsstrategie. Die Technik des Rollens ist wunderbar, aber sie reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein. Die Wahl von qualitativ hochwertigen Aktien sowie der passende Einstieg sind genauso wichtig.

Ein Leser sprach mich zuletzt an: Er handelt meine Strategie auf die Aktie von Rivian Automotive (US Ticker: RIVN). Das Unternehmen ist meines Erachtens fundamental betrachtet einer der schlechtesten Basiswerte für einen Optionstrade, den man sich nur vorstellen kann. Das Unternehmen verbrennt aktuell nur Geld. Ich sehe mit einem Cash-secured Put auf solch eine Aktie mehr Risiken als Chancen.

Die charttechnische Analyse ist ebenfalls von großer Bedeutung. Wenn die Märkte so fallen, wie sie es im Januar getan haben, werden Sie nur wenige Aktien finden, die ein positives Momentum aufweisen (z.B. mit einem steigenden Relative-Stärke-Index). Wenn sich solch eine Aktie nicht finden lässt, wird einfach nicht gehandelt!

 

Achten Sie also immer darauf, dass das Beherrschen der Rolltechnik nicht alles ist. Am Anfang des Trades müssen zuerst wichtige Hausaufgaben erledigt werden.

 

Ein ähnliches Ausblenden wichtiger Aspekte sehe ich im Bereich des Hedgings. Ich bekomme zu meinem neuen Buch „Hedging mit Optionen“ fast ausschließlich Rückmeldungen zu der Strategie des VXX Time-Straddles. Dass diese spannend ist, weil sie neu ist, verstehe ich. Aber es gibt auch andere Hedging-Techniken, die in solch einem Markt in Betracht gezogen werden können/müssen. Denken Sie an einfache Bear Put Spreads z.B. oder an Collars, wenn Sie einzelne Aktienpositionen absichern möchten.

 

Bleiben Sie also wachsam und sehr kritisch gegenüber all dem, was auf sozialen Medien gesagt wird. Bauen Sie Ihre intellektuelle Abwehr auf und betrachten Sie immer das ganze Bild einer Strategie und nicht nur das, was am Spannendsten ist.

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